Reading view

Sonntagmorgen, aufgeschreckt aus dünnem Schlaf. Wie immer braucht die…

Sonntagmorgen, aufgeschreckt aus dünnem Schlaf. Wie immer braucht die innere Sensorik einige Augenblicke, Zeit und Ort zu verstehen. Alte Mauern halten Sommerhitze bis lang in kühlere Nächte. Draußen sind in der Zwischenzeit die Glocken verklungen, noch ein paar mehr Vorhänge geöffnet, ein paar Anwesen zum frühen Treiben erwacht. Noch kein Kaffee. Aber immerhin erste vorsichtige Worte, in kratziger Sprache und Stimme und damit lässt sich zumindest arbeiten. Habt es mild heute.

  •  

Abend ist, wenn man die staubige Kleidung und das vom Tag verknitterte Selb…

Abend ist, wenn man die staubige Kleidung und das vom Tag verknitterte Selbst über die Lehne des hölzernen Stuhles legt und darauf hofft, dass beides am nächsten Morgen wieder vorzeigbar aussehen möge. Und die Nacht ist, wenn man halb schlafend neben sich liegt und beobachtet, wie sich Erlebtes zu neuen Seiten im Buch formt. Dann irgendwann zieht Ruhe ein, spät und kurz vor der Dämmerung, und die Stadt gähnt und streckt sich und eine Balkontür knirscht und jemand spricht über Ferien und Schulanfang und erster Kaffee steht noch aus, bevor die Dinge mehr Schwung bekommen können. Habt es mild heute.

  •  

Der Wind hatte keine Geschichten, nur Unruhe. Die Träume fanden keine…

Der Wind hatte keine Geschichten, nur Unruhe. Die Träume fanden keine Struktur. In allem lösen sich immer wieder zufällige Bilder, die in den Lichtkegel der beständig angespannten Aufmerksamkeit treiben und dort eine Schweif an Assoziationen nach sich ziehen; selten schwierig, aber immer zur falschen Stunde. Kaffeewasser. Obst. Der Morgen noch immer weit draußen. Bislang kein wirklicher Kontaktversuch. Habt es mild heute.

  •  

Der Nacht abschwören, aber dem Tag noch nicht gewappnet sein. Erster K…

Der Nacht abschwören, aber dem Tag noch nicht gewappnet sein. Erster Kaffee deutlich diesseits des Sonnenaufgangs und immer diesseits des Sonnenaufgangs und man verfängt sich einmal mehr in relativer Zeitwahrnehmung, die wahlweise trivial und beliebig komplex ist. Duett für Linienbus und Lieferwagen, Slalom in der Kreuzung, vor, zurück, auswärts. Eine Wespe sucht die Melone. Eigensinnige Zielstrebigkeit, bemerkenswert. Habt es mild heute.

  •  

Mitunter sind die Stunden unruhig und trotzdem kurz. Flüchtige Sommern…

Mitunter sind die Stunden unruhig und trotzdem kurz. Flüchtige Sommernächte und die Verbeugung der Stadtnachbarschaft vor der langen lauen Dunkelheit. Weingläser auf Terrassen, kleine Lichter, Sternschnuppen, die Grenze, an der aus sehr spät sehr früh wird und dann auch die inneren Prozesse wieder anlaufen. Vieles im Dazwischen übersprungen. Beherztes Gähnen. Kältestmögliches Wasser auf kratziger Haut. Merklich nach der Dämmerung und noch ohne Kaffee. Habt es mild heute.

  •  

Eine weitere kühle Nacht und Dankbarkeit für das Frische im Wind,…

Eine weitere kühle Nacht und Dankbarkeit für das Frische im Wind, auch wenn heute viel Schlaf in seinem Raunen und Ächzen verklang. Auf halber Strecke durch die Dunkelheit wurden alle Konversationen stiller und unbedeutender, die Kreaturen dunkler Höfe gelangweilter und müder, der sternklare Himmel etwas höher. Und dann: Aufstehen, weil die Ruhe wich. Kaltes Wasser mit den Händen ins Gesicht schöpfen. Kissen und Gemüt zurechtrücken. Und langsam weiter, vor erstem Kaffee. Habt es mild heute.

  •  

Windige Nacht nach warmem Abend. Eigene Regelkreise versuchen sich an Tempe…

Windige Nacht nach warmem Abend. Eigene Regelkreise versuchen sich an Temperaturwechseln und bleiben mäßig erfolgreich: Kein Schwitzen, kein Frieren, aber indifferente Unruhe und nervöse, vorübergehende Traumwelten, die vergessen sind, bevor sie sich richtig entfalten konnten. Die ersten Schritte legt man noch mit geschlossenen Augen zurück. Wasser im Waschbecken, Wasser im Kocher. Rauschen. Kühle Hände. Die eigenen Prozesse müssen sich erst noch entwirren, bevor man einen roten Faden ziehen und diesen entlang navigieren will, kann. Frühe Stunden. Formbar. Instabil. Habt es mild heute.

  •  

Einen tiefen Atemzug und ein unruhiges Zwinkern weiter: Anbeginn einer neue…

Einen tiefen Atemzug und ein unruhiges Zwinkern weiter: Anbeginn einer neuen Woche im üblichen und doch anderem Takt. Nacht in Gliedern und Seele, wilde Träume und nervöses Wachen dazwischen noch in den Gedanken, noch verschlafen noch ohne Kaffee und trotzdem schon wieder einschwingend auf die Listen und Pläne. Und all die Abzweigungen, die in die Lücken passen. Vielleicht. Habt es mild heute.

  •  

Freitagmorgengrau Freitagmorgenblau Freitagmorgenwetter Freitagmorgenweite…

Freitagmorgengrau Freitagmorgenblau Freitagmorgenwetter Freitagmorgenweite Freitagmorgenenge. Aufwachen, als Loslassen von Nacht und den Versuchen, sich im Schlaf treiben zu lassen. Aufwachen, als Versuch, sich wieder in der Jetztwelt einzufühlen, entlang von Verbindungsstellen und Datenpunkten, die mehr oder weniger zufällig über die eigene körperliche und mentale Grenze verteilt sind. Krümelkaffee als Katalysator für diverse Prozesse, die kurz drücken und stolpern und dann irgendwann nur laufen, ohne wahrnehmbar zu sein. Zum Glück. Jeder Aspekt ist willkommen, der um diese Zeit keine bewusste Einflussnahme erfordert. Habt es mild heute.

  •  

Wenn der Schlaf schon zu früher Stunde flieht, legt man sich Ungereimt…

Wenn der Schlaf schon zu früher Stunde flieht, legt man sich Ungereimtheiten zurecht, die spätestens mit dem lauten, an diesem Punkt nutzlosen Wecker schon perfekt sitzen und reiben. Wenn man genügend Ungereimtheiten im Rucksack hat, flieht der Schlaf gern zu früher Stunde. Seltsame Regelkreise, teilweise gut verstanden und doch extrem schwer zu kontrollieren. (Handgriffe am Wasserkocher. Eine erste Wespe erkundet die Zimmertiefe. Schatten und Dämmerung zwischen Flaschen und Tassen. Gedanken über eigene Unordnungen und Formlosigkeiten, nicht besonders motivierend, aber auch schwer zu verdrängend. Die Grenzen der Technik sind der Anbeginn schwieriger Gespräche. Immer mal wieder. Habt es mild heute.)

  •  

Orientierungsverlust entlang der Woche. Gefühlter Freitagmorgen, einig…

Orientierungsverlust entlang der Woche. Gefühlter Freitagmorgen, einige vorsichtige Schritte in das heutige Licht, einige vorsichtige Navigationsversuche durch Zimmer und Flur und Zeit, bevor die Stunde greifbarer wird. Verschlafene Gespräche, müdes Erwachen nebenan, unten hörbarer Duschregen, nicht sehr viel später als sonst aber vielleicht aufmerksamer, bewusster als sonst. Warum auch immer. Kaffeeküche Wohnküche Morgenseiten ein Schwall von unsortierten Phrasen, die verblassen, bevor sie sich gar so merkwürdig anfühlen können. Zögernd wird der Himmel hell. Habt es mild heute.

  •  

Aufwachen mit der Uhr. Wieder keine Erinnerungen an Schlaf, aber an jede Me…

Aufwachen mit der Uhr. Wieder keine Erinnerungen an Schlaf, aber an jede Menge wirre Träume, die allesamt Strecken, Bewegungen und Übergänge zwischen Routen beinhalten. Erster Kaffee, früh, und erste vorsichtige Blicke über alles, was gestern liegengeblieben ist. Improvisationen über Tagespläne und Paralleltermine. Noch kein Wohlklang in den Takten. Habt es mild heute!

  •  

Tag und Nacht und ein Kontinuum aus Zuständen ohne großen Unters…

Tag und Nacht und ein Kontinuum aus Zuständen ohne großen Unterschied, die Lichter löschen, Aufwachen, Aufstehen, unsicher, wieviel Schlaf dazwischen lag und wie viel Gedanken Zeit und Energie beanspruchten. Immer noch Verzicht darauf, mehr Details zu diesen Prozessen zu erfassen, aus verschiedenen Gründen, zu denen zu verschiedenen Tageszeiten jeweils andere dominieren. Badezimmerselbst, Geschäftskleidungsselbst, Krümelkaffeeselbst. Noch nicht komplett im Takt. Aber mental schon unterwegs. Habt es mild heute.

  •  

Freitagmorgen, Freitagstakt, noch nicht ganz wach und schon halbwegs einges…

Freitagmorgen, Freitagstakt, noch nicht ganz wach und schon halbwegs eingeschwungen. Protokolle, Kommunikationslinien und Antwortverhalten, dazu das gewohnt peinliche Gefühl, technische Konzepte auf menschliche Realitäten und Interaktionen abzubilden. Prioritäten kommen und gehen. Dinge werden schneller und andere verschwinden aus dem Blick, wenn auch nur bis morgen. Ratlosigkeit, aber wenigstens ohne Druck. Um diese Zeit wird das Modell nicht gefragt. Mindestens um diese Zeit sind andere Verknüpfungen zu bevorzugen. Und dann rollt der Morgen weiter. Habt es mild heute.

  •  

Immer irgendwie wieder Donnerstag. Früher Morgen seltsamer Schlaf ruck…

Immer irgendwie wieder Donnerstag. Früher Morgen seltsamer Schlaf ruckartiges Erwachen Schritte aus dem Bett dem Schlafzimmer dem Bad erstes heißes Wasser erster Kaffee Sinnieren über Kopfschmerzen und Rituale und den Umgang mit schlechten Gewohnheiten und Blicke auf den Kalender und dankbar dem Selbst zurückliegender Tage, kritische Termine in die Morgenstunden geplant zu haben. Küchenbild mit grauer Katze. Statusmeldungen langlaufender Prozesse. Vorbereitungen. Nicht nur inhaltlich. Habt es mild heute.

  •  

Wach am Rande des Tages, wach nach den holprigeren Stunden, Gedanken ü…

Wach am Rande des Tages, wach nach den holprigeren Stunden, Gedanken über Toleranzfenster, Betriebszustände und die Probleme, die entstehen, wenn all das nicht aufeinanderpasst. Knapp vor dem ersten Kaffee ist jeder Windzug etwas kälter, der Boden unter jedem Schritt etwas härter und insgesamt die Welt noch rauh und verwunden. Auch heute bleibt das Finden und Beibehalten einer Ordnung Aufgabe, Wunsch und erste Hürde, bevor man den Weg, die Wege antritt. Geschichten von Kommunikationsdefiziten und Affen und Zirkus. Habt es mild heute.

  •  

(Erste Prozess-Schritte im frühen Zwielicht. Träume wie von alten…

(Erste Prozess-Schritte im frühen Zwielicht. Träume wie von alten Videobändern, die man nach Gebrauch zurückspult, ins Regal stellt und weiß, dass die Störungen mit jedem Durchlauf etwas deutlicher werden. Wasserkocher, gestartete Infrastruktur, falsches Passwort richtiges Passwort verschiedene Benachrichtigungen und schon wieder viel zu früh viel zu weit in viel zu vielen Dingen gleichzeitig. Noch einmal: Durchatmen. Ausatmen. Die Haare in Form streichen, die Gedanken auch. Und dann weiter, wohin der Kompass zeigt. Habt es mild heute.)

  •  

(Regen kam und ging, die offenen Fenster brachten der Nacht eine ganz eigen…

(Regen kam und ging, die offenen Fenster brachten der Nacht eine ganz eigene Kälte, die nach Wasser und Dunkelheit schmeckt, nach frühem Morgen und fragwürdigem Schlaf und viel zu vielen Dingen, die man vor dem Montag nicht braucht und doch nicht losbekommt. Langer Blickkontakt mit dem Typen im Spiegel, kein Halt, keine richtige Nähe. Und noch kein Kaffee. Alles unwirklich immer wieder so weit am Anbeginn der Woche. Habt es mild heute.)

  •